Anti wirkt wie Pro

Es gibt eine goldene Regel im Universum, die besagt: Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Wohin wir also unseren Fokus richten, dahin fließt unsere Energie und bestärkt dasjenige.

„Ladet mich nicht zu einer Anti-Kriegs-Demo ein, sondern zu einer Friedens-Demo“, hat Mutter Teresa einst gefordert.

Es geht nicht darum, ob Daumen hoch oder Daumen runter. Es geht um den Daumen überhaupt! Der sorgt dafür, dass die Energie dorthin fließt, was wir begutachten oder beurteilen, positiv oder negativ.

Ein paar Beispiele gefällig? Es ist eine Weile her, da war Manuel Neuer noch bei Schalke 04 und der Wechsel zu Bayern München stand schon im Raum. So kam es, dass Schalke in Bayern spielte und das halbe Stadion ablehnende Schilder hoch hielt mit der Aufschrift „Koan Neuer“. Neuer machte ein grandioses Spiel… Oliver Kahn beschreibt in seinem Buch sogar, wie er Ablehnung der Massen für sich nutzt. Genug Sport, schauen wir mal nach Amerika, dort gelang es mit der Strategie, als enfant terrible aufzutreten und immer wieder zu provozieren, sogar Präsident zu werden. Auch negative Publicity ist Publicity!

Als junge Mutter ging es mir selbst auf die Nerven, ständig meine Kinder zu korrigieren und maßregeln, „nix verkleckern!“, „stolper nicht!“ etc. Ich fand ein interessantes Buch zu dem Thema, überprüfte meine Formulierungen und hörte mich prompt ersatzweise sagen: „der Tee bleibt in der Tasse“ und „pass auf deine Füße auf!“ Schräg fand ich das schon, aber gewirkt hat es trotzdem. Der Fokus war der richtige.

Ein junger Mann erzählte mir von seinen aktuell vier privaten Projekten, die alle in einem Zusammenhang standen, sein persönliches Steckenpferd eben. Er steckte da seine ganze Freizeit und ein ungemeines Engagement hinein. Drei der vier hatten ein „Anti-“ im Namen, eines hingegen war auf den positiven Fokus gerichtet. Ich bat ihn, mir von den Projekten zu erzählen und sagte geradeaus, dass ich bereits wüsste, dass das eine das mit Abstand erfolgreichste sein müsste. Verwundert bestätigte er das und beschloss, die Projekte künftig sorgsamer zu benennen.

Das soll nicht heißen, die Probleme dieser Welt einfach zu ignorieren. Aber den Fokus auf die positive Alternative oder das Lösungspotenzial zu richten, das ist hier das Mittel der Wahl.

Nun mag mancher sagen, egal, ich muss die Übeltäter, die Partei xy trotzdem anprangern – tja, soll er. Aber die Energie folgt weiter der Aufmerksamkeit, das ist so zuverlässig wie die Erdanziehungskraft. Wenn ich meine Tasse in der Hand loslasse, fällt sie zu Boden. Wenn ich etwas lauthals verurteile, bestärke ich es. Du hast die Wahl! Achte auf deine Worte!

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