Die Lust am Scheitern

Japaner pflegten früher eine pragmatische Lösung im Falle von Gesichtsverlust. Sie schlitzten sich den Bauch auf – Harakiri und aus die Maus. Amerikanern käme das nie in den Sinn. Die schlagen sich auf die Schultern, wenn einer pleite ging und wieder aufsteht. Scheitern ist nur der Anlauf zum Ziel.

Fuckoff Partys mit den besten Geschichten aus der Welt des Scheitern finden immer mehr Anhänger. Nur der Deutsche hat dort Hausverbot. Der macht lieber gar nichts, bevor er einen Fehler macht und die ersehnte Anerkennung seiner Umwelt verlieren könnte.

Willkommen im Angstmodus der analytischen Lähmung.

Fehlerangst im Beruf oder mangelnde Fehlerkultur in deutschen Unternehmen sind ein virulentes Thema, das unsere Wirtschaft nicht nur Milliarden jährlich an Innovationsausfällen kostet, sondern die Gesellschaft durch eine hohe Anzahl von Depressionen, Burn- und Boreouts schwächt.

Ich muss perfekt sein, ich muss mich beeilen, ich darf nicht scheitern und ich muss gefallen sind nur vier von zahlreichen Antreibern, die deutschen Arbeitnehmern den Angstschweiß auf die Stirn treiben, wenn der Chef zum Gespräch bittet. Dabei ist Scheitern ein wichtiger Schritt zur Erkenntnis, sind doch Fehler Lerneinheiten und damit Hinweise, wie etwas nicht geht. Scheitere, um dich weiter zu entwickeln und sprich darüber, damit andere lernen können. Das lässt auch dich wachsen und dem Scheitern das Gelingen folgen.

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