Höre auf deinen Bauch, auch wenn es weh tut

Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Schlag in die Magengrube. Wir spüren einen unangenehmen Druck in der Bauchgegend, fühlen uns schlapp und schwerfällig, energielos und krank. Bricht gerade das Immunsystem zusammen, mag sich manch leicht besorgter Zeitgenosse fragen und nach der Nummer der nächsten Immunologiepraxis googlen. Andere versuchen sich an ihre letzte Mahlzeit oder den jüngsten Rausch, an Schlafmangel oder Unverträglichkeiten zu erinnern. Eines aber sehen wir oft erst am Ende dieses Leidensweges, nämlich den mahnenden Ruf unserer Intuition, der schlichten Tatsache, dass uns der Bauch etwas sagen möchte.

Was aber ist es, dass uns hier anzusprechen versucht, uns vorgaukelt, dass irgendetwas mit uns und unseren aktuellen Zielen im Leben nicht stimmt, wir umkehre oder abbiegen mögen? Ein nervöser Magen? Reizdarm? Oder schlicht die Essenz aller Eindrücke und Informationen, die unser Unterbewusstsein sekündlich erhält und verarbeiten muss? Wussten Sie, dass den ca. 11 Millionen Informationseinheiten pro Sekunde gerade einmal knapp 100 bewusste Wahrnehmungen gegenüberstehen und unser Denken prägen? Da soll noch mal einer die Vernunft bemühen, wenn es im Bauch rumort.

Der oben zitierte Schlag in die Magengrube, das dumpfe Gefühl des Unbehagens kann also auf ein verdorbenes Wurstbrot zurückzuführen sein, ebenso aber auf eine noch nicht getroffene Entscheidung, die uns sprichwörtlich quer im Magen liegt. Mediziner tun das vorschnell gern als somatisieren ab und schlagen damit die Brücke von seelischer Ursache und körperlicher Reaktion. Ich möchte den Fokus drehen und aus den körperlichen Beschwerden dem Unausgesprochenen auf die Spur kommen und dort die Lösung meines Wohlbefindens suchen. Welches Thema möchte ich gerade nicht bearbeiten, welche Antwort auf eine mir aktuell gestellte Frage nicht hören?

Dieses zu erkennen, mich dem zu stellen und eine Entscheidung zu fällen, kann dem unguten Gefühl in der Bauchgegend abhelfen und mich mit meinem Unbewussten versöhnen. Entscheidend ist, mir dieses Dilemma innerer Uneinigkeit bewusst zu machen, meine Übelkeit in Verbindung mit meiner Lebensweise zu bringen und dann das Muster zu erkennen, das mich gerade daran hindert, mich gut zu fühlen. Nicht mein Immunsystem ist angeschlagen, sondern warnt mich vielmehr vor dem aktuell beschrittenen Weg, dessen Ziel offenkundig nicht mit meinen Interessen in Einklang steht.

Höre also auf deinen Bauch und vertraue dieser uralten Instanz deines Unterbewusstseins, die nur eines will, nämlich dich möglichst sicher durch dein Leben zu bringen. Am Ende des Weges kannst du dir das dann gern durch die Vernunft deines Verstandes erklären lassen, gewusst hast du es lange davor. Fühle dich also gesund und bleibe glücklich, gerade weil es im Bauch mal grummelt.

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