Endlich Idealgewicht

Zwei Worte öffnen dir fast alle Türen der Welt, nämlich „drücken“ und „ziehen“ und deren Übersetzungen. Durch welche Tür du aber gehst, hängt maßgeblich davon ab, was dich anzieht oder wegdrückt, also was bei dir Freude oder Schmerz auslöst. Jedes Verhalten basiert auf dem Prinzip, negative Dinge zu vermeiden und positive erreichen zu wollen. Dabei bestimmen aber nicht die Umstände unser Handeln, sondern die Bewertung, die wir den Umständen beimessen.

Konkret kann der Wunsch, abnehmen zu wollen, bei uns Vorfreude auf die dadurch gewonnene Fitness und Attraktivität oder Schmerz ob des entbehrungsreichen Verzichts auslösen. Handlung und Umstände sind jeweils die gleichen, nur unsere Motivation speist sich aus unterschiedlichen Bewertungen. Verkürzt gesagt, je mehr ich mich auf eine Handlung freue, desto leichter und langfristiger lässt sich diese ausüben.

Umgekehrt heißt das allerdings nicht, dass ich durch bloßes Vermeiden von Schmerz motivierter wäre, einen mich hindernden Zustand aufzugeben oder ein Ziel zu erreichen. Der Wunsch, Süßigkeiten zu vermeiden, hat noch niemanden schlank gemacht. Denn Nichtstun ist das Gegenteil von Aktivität und führt zu Stagnation und Stillstand. Ängste können so leicht generalisieren und Vermeidungsstrategien unser gesamtes Leben behindern. Schmerz ist manchmal sogar erforderlich, um das Ziel dahinter zu erreichen. Wer einen Marathon plant, muss sich viele Kilometer oft quälen, um am Ende trainiert und fit die 42 km erfolgreich zu absolvieren. Schmerz war dabei kein Antrieb, sondern eine notwendige Inkaufnahme für ein höheres Ziel.

Aber hilft mir das, überhaupt anzufangen, auf ein mir gesetztes Ziel zuzulaufen? In jedem Fall dann, wenn ich mit diesem Ziel positive Gefühle verbinde und Vorfreude und Glück beim Gehen des vor mir liegenden Weges empfinde. Allerdings auch, wenn sich ein Verharren im Istzustand irgendwann schmerzhafter anfühlt als die bis dahin gefürchtete Veränderung. Verändern ist nicht selten mit Angst verbunden. Angst, Vertrautes loszulassen und Gefahr zu laufen, den bekannten Schmerz durch einen unbekannten zu ersetzen. Was, wenn ich scheitere, versage, abgelehnt werde?

Solange dieser Bewahrschmerz geringer ist als der Veränderungsdruck, bleibt die motivierende Vorfreude aus und Stillstand bestimmt unser Tun. Deshalb gibt es zwei Wege.

1. Warte, bis der Stillstand mehr schmerzt als eine Veränderung und „Schmerz-vor“ zur „Freude-auf“ etwas wird. Das allerdings kann dauern und dich am Ende mehr kosten als du hast.

oder

2. Verknüpfe die erstrebte Veränderung mit so vielen positiven Gefühlen, dass du es kaum erwarten kannst, auf das Ziel zuzustürmen. Gleichzeitig erkenne und benenne all die Nachteile, die ein weiteres Zuwarten für dich bedeuten können und erhöhe das Schmerzgefühl in dir, wann immer du den Start auf ein neues Ziel hin verschiebst. Erzeuge Bilder hinter deinem geistigen Auge von einem strahlenden Ziel und entziehe deinem Istzustand all die Farbe, die dich noch glauben lässt, ein Warten ist weniger gefährlich als ein Starten.

Erneuere dieses positive Gefühl des Loslaufens und dich Veränderns auf jedem Streckenabschnitt deines Weges, um die Anziehung und Vorfreude aufrecht zu erhalten. Bald wirst du merken, wie sich dieses Gefühl verselbständigt und du dich auch ohne Imagination der Zielerreichung wohl und glücklich fühlst. Du hast begonnen, die geänderten Lebensumstände neu zu bewerten und aus Schmerz wurde Freude. Je früher du also lernst, dich auf etwas zu freuen, desto eher erreichst du es. Idealgewicht ist lernbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.