Mauern zwischen Menschen

Vielleicht kennst du das, du wirst auf einen Menschen aufmerksam und wirst neugierig auf ihn oder ein Gespräch mit ihm, möchtest vielleicht Kontakt aufnehmen. Doch irgendetwas hält dich zurück, ein flaues Gefühl – deine inneren Bedenkenträger kommen aus der Deckung…

Mauern entstehen durch Enttäuschung und verraten fühlen, durch Konflikte, Streitereien und eigenes Versagen oder schlechtes Gewissen.

Aber manches Mal hält dir ein Mitmensch nur den Spiegel vor. Das bedeutet, dass er selbst mit dem Entstehen dieser Mauer ursächlich gar nichts zu tun hat. Was geschieht da?

In einer früheren Situation hast du mit einer Person schlechte Erfahrungen gemacht, Schmerz erlitten oder bist wütend geworden. Im jetzigen Moment erkennt dein Unterbewusstsein eine Ähnlichkeit wieder und schickt dir eben diesen Kloß im Hals oder Bauchgrummeln, um dich vermeintlich schützen zu wollen. Und schon spürst du diesen scheinbar unüberwindbaren Wall zwischen euch.

Das Gute daran ist, dass sich solche „gefühlten Vorbehalte“ auch wieder lösen lassen. Ein Beispiel aus der Praxis hierzu:
Eine Frau in den Fünfzigern kam zu mir und berichtete, dass sie demnächst Oma werden würde und sich sehr darauf freue. Jedoch nahm sie immer wieder wahr, dass kleine Kinder, ob im Supermarkt, auf der Straße oder bei Feiern und Veranstaltungen sich deutlich von ihr wegdrehten. Das trübte ihre Vorfreude aufs Omasein… Wir forschten nach und testeten einige fest steckende, unverarbeitete Emotionen aus einem bestimmten Lebensalter aus. Nach kurzem Überlegen kam sie darauf, dass sie damals eine Schwangerschaft abbrechen musste und ihr das sehr zu schaffen machte. Wir fanden die Qualitäten von Schuld, Scham, Versagensgefühl, Panik und einige mehr und lösten diese auf.
Nach einer Woche erhielt ich eine Email, in der sie mir berichtete, dass ein kleines Mädchen im Bus sie einfach so angelächelt hatte. Das war für sie ein tolles Erlebnis und dieses Feedback sollte jedem Mut machen, seine eigenen gefühlten Mauern endlich einzureißen!

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