Ärger als Chance

Wann hat sich bei dir das letzte Mal jemand beschwert, dass es ihm oder ihr zu gut geht,  er zu viele Liebe erfährt oder sie zu glücklich ist?

Komisch, ich höre immer nur vom Gegenteil und frage mich, wenn alle einfach nur glücklich sein wollen, woher kommen denn all die Konflikte, Streite und emotionalen Auseinandersetzungen in dem, was wir Leben nennen?

Egal, ob ich mich im Mikrokosmos meines Alltags, in den Partnerschaften, Familien, Kollegenkreisen und Gruppierungen um mich herum umsehe oder auf der Makroebene die Konflikte der Welt betrachte, es sind nicht Liebe oder Glück, die uns vordergründig beschäftigen, sondern Probleme, Kummer oder Ärger.

Und dieser Kampf beginnt in der Regel in uns selbst. In der Auseinandersetzung mit uns, im Wort, das wir viel zu häufig anklagend gegen uns selbst richten. Wer in sich kein Vertrauen, keine Liebe oder kein Glück mit sich selbst verspürt, kann es kaum im Außen finden, denn wenn wir ablehnen, erfahren wir Ablehnung.

Sich hier seiner Verbundenheit mit allem um uns herum bewusst zu werden, seiner Verantwortung sich und der Welt gegenüber und dem Verständnis, dass jeder Mensch individuell für sich Gutes möchte, auch wenn seine Handlungen in meinen Augen das Gegenteil bewirken, schafft Frieden. Und mit dem Frieden auch das Angebot an unser Gegenüber, sich angenommen zu fühlen, egal, wie weit unsere Weltbilder von einander abweichen.

Wir sind als Menschen Teil eines Gesamtbewusstseins, das nur dann Liebe in die Welt lässt, wenn wir nicht mehr nach dieser Liebe suchen, sondern sie geben und ausstrahlen, weil wir sie in uns gefunden haben, denn wir sind Wunder und damit wunderbar.

Bei all der erlebten Individualität unserer Persönlichkeit sind die Grundbedürfnisse der Menschen die gleichen und keines davon heißt Ärger, Kummer oder Streit.

Deshalb umarmt den wertvollsten Menschen, den es gibt, nämlich euch selbst und seht Ärger als das, was er ist, nämlich eine Aufgabe, das Geschenk dahinter anzunehmen und daran zu wachsen. Denn Ärger selbst macht nichts besser, nur die Erkenntnis der Chance dahinter schafft Frieden und damit das, was die Menschen nicht genug bekommen können, nämlich Liebe.

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