Muss nur noch kurz die Welt retten…

Wie viele selbst ernannte Helfer bzw. Retter gibt es, früher wie heute? Wie oft meinen Menschen, anderen Gutes tun zu wollen, meist ungefragt. Gut ist da eben das Gegenteil von gut gemeint. Die Mutter, die ihrem vierzigjährigen Sohn noch immer die Socken bereit legt und das Brot für die Mittagspause schmiert, der Mann, der seiner Frau die Bücher auf dem Regal nach Größe sortiert und denkt, ihr endlich Ordnung beigebracht zu haben…

Einem Mitmenschen eine – seine – Lernaufgabe abzunehmen ist übergriffig und respektlos, ganz zu schweigen vom fehlenden Vertrauen, dass er es doch irgendwann selbst schafft. Schwer fällt es da, die Finger bei sich zu lassen, aber alleine kann nicht stehen, wer ständig gehalten wird. Vertrauen heißt hier die Devise und das gibt massiven und hilfreichen Rückenwind zum eigenständigen und souveränen Handeln.

„Ich wollte doch nur helfen.“ Hilfe ist was Anderes. Wahre Hilfe ist Hilfe zur Selbsthilfe. Dinge, die jeder selbst tun muss, werden nicht leichter, wenn man weiß, dass es ein anderer kann.
Andauernd Dinge für einen geliebten Menschen zu übernehmen hinterlässt übrigens auch Schuld oder Ungleichgewicht im Geben und Nehmen. Vom Aufzwingen war nie die Rede. Jeder hat das Recht auf sein eigenes Lerntempo – und ob er überhaupt lernen will.
Was immer gut ankommt auf dem Büffet des Lebens sind Angebote. In großer Vielfalt.

Wie hast du das bei deinen Kindern gehandhabt? Die können doch auch ihre Schuhe längst alleine zubinden. Also – alles richtig gemacht.

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