Das Märchen von der work-life-balance

Höher, schneller, weiter. Auch Selbstoptimierung kann zum Fluch verkommen, wenn sich zwischen Ziel und Aufwand ein unüberbrückbarer Berg auftürmt und uns die Kraft für den Aufstieg raubt. Dann spätestens setzen wieder die berühmten Antreiber an, die uns ein Verweilen und Genießen verbieten, zumindest solange, bis mindestens ein Zwischenziel erreicht ist. Lebensfreude als Auftragsarbeit, Zweckoptimismus, wo Körper und Geist längst rebellieren. Und wozu das Ganze? Um glücklich zu werden?

Glück ist kein Ziel, sondern ein Zustand, der uns hilft, nicht nur Ziele zu erreichen, sondern den Weg dorthin zu genießen. Dafür sind aber auch Pausen und Zeiten der Regeneration, des bewussten Verweilens und Zurückblickens nötig. Ähnlich den vielen kleinen Aussichts-Stopps einer Bergtour. Das können Mini-Urlaube vom Alltag oder ganze Inspirationstage sein, an denen die Welt nur dir gehört. Tage, sinnvoll übers Jahr verteilt, die helfen, die Energiedepots aufzuladen und sich seines Glücks bewusst zu werden. Glücklich die, die in ihrem täglichen Tun bereits glücklich sind und voller Energie ihr Leben genießen.

Denn kein Mensch kann sich an einem Wochenende von 5 Tagen ungeliebter Arbeit erholen, noch weniger an 30 Tagen Urlaub von einem ganzen Jahr. Hier zeigt der oft bemühte Krug bereits Risse, bevor er zum Brunnen geht und du kannst darauf warten, dass du in Resignation, Erschöpfung oder gar Schlimmerem ertrinkst. Work-Life-Balance funktioniert nicht, wenn du Arbeit und Leben als Gegenpaare siehst. Die erwünschte Balance erreichst du vielmehr, indem du deine Freude am Tun und Nichtstun gleichermaßen verteilst und genießt. Freizeit als das Sahnehäubchen eines leckeren Cappuccinos, der sich Beruf nennt.

Sachzwänge, Lebensumstände, Gewohnheiten und Ängste hindern uns, dieses Gleichgewicht herzustellen und uns den Großteil des Tages mit Dingen zu beschäftigen, die nicht nur unser Leben finanzieren, sondern auch Spaß machen. Das hieße, sein Leben zu ändern und damit auch seine Einstellung zu dem, was ich Leben nenne. Dann aber wären ganze Denkgebäude an Glaubenssätzen, also geerbte Traditionen und Lebensweisheiten aus dem Elternhaus, der Schule und deiner Umwelt einzureißen. Das erfordert Erkenntnis, Willen und Energie. Letztere holst du dir über deine Gefühle, die in deinem aktuellen Leben ein tristes Dasein fristen und erst durch einen Wechsel deines Denkens und Handelns erblühen können.

Deshalb frage dich, wobei du auftankst? Was macht dich glücklich und gönnst du dir bereits Auszeiten, vielleicht sogar Inspirationstage? Erzähl mir von deinen Erfahrungen und wie es dir damit geht, einmal inne zu halten und zu genießen. Liebst du deine Arbeit, bist du in deiner Freizeit glücklich? Wenn dich Ängste vor einer Veränderung plagen, du nicht weißt, was deinem Leben Sinn gibt und welche Werte du noch immer ignorierst, sprich uns an, wir begleiten dich gern auf deinem Weg in ein gelungenes, glückliches und gesundes Leben. Das alles ohne Zwänge oder den Druck der omnipräsenten Selbstoptimerung.

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