Groll oder Vergebung?

Wie oft deuten wir mit dem Finger auf Andere, die uns dies, das oder jenes angetan haben und es uns deswegen so schlecht geht und wir so leiden müssen? Gefühle von Ohnmacht und Ausgeliefertsein sind da ganz präsent, oder sich betrogen oder im Stich gelassen fühlen…

Ich möchte hier eine Geschichte mit dir teilen, von einem Amerikaner, Shaka Senghor, der bereits als Jugendlicher auf die schiefe Bahn gekommen ist – Drogen, Gewalt, Gesetz der Straße – und schließlich als junger Mann zum Mörder geworden ist. Dafür wurde er verurteilt und hart bestraft, die ersten fünf Jahre in Isolationshaft, das hat ihn hart, wütend und bitter gemacht. Bis ihn ein Brief der Angehörigen des damaligen Opfers erreicht hat, in dem sie ihm mitteilten, ihm die Schuld seiner schrecklichen Tat vergeben zu haben.
Das war für ihn die Wende, über sein Leben, seine Vergangenheit nachzudenken. Es hat ihm ermöglicht, mit sich und seinem Leben aufzuräumen.
Heute ist er Autor und Speaker… (entkomme dem Gefängnis in deinem Kopf!)

Sehr oft finde ich in Gesprächen mit Klienten alte, längst vergessen geglaubte Ereignisse, an denen noch der alte Groll haftet, das Nachtragende, das Rumhadern mit Altem, was sie nicht loslassen können, weil es doch so schlimm war. Ja! Es war schlimm, verständlicherweise. Sehr schlimm.
Aber genau das hält uns klein und nimmt uns die Möglichkeit, im Leben voran zu gehen. Lösen wir diese emotionale Anhaftung jetzt, wird nicht nur der eigene Weg frei, sondern, wie wir eben gelernt haben, auch der Weg des Gegenübers. Was für ein Potenzial! Beschenk dich damit selbst! Und Andere.

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